Der Nachtzug darf nicht sterben!

In: Mobilität Von: Malte Krohn

Es gibt Dinge die sollte jeder einmal getan haben. Für mich gehört die Fahrt mit dem Nachtzug dazu. Übermüdet spät abends am Gleis in Freiburg zu stehen und bereits am nächsten Morgen an der Nordsee zu frühstücken. Morgens aufzuwachen und draußen vor dem Fenster die Landschaft an sich vorbeiziehen zu sehen. Ein tolles Gefühl. Ein Gefühl von Freiheit.

Nachtzug

Nicht jeder mag es, ratternd in den Schlaf geschaukelt zu werden. Doch wer damit klar kommt, für den stellt die Fahrt mit dem Nachtzug definitiv eine Möglichkeit für effektives Reisen da. Deshalb auch ist die Bandbreite der Fahrgasttypen so groß. Urlauber, Geschäftsleute, Studierende, Familien und Pendler. Im Nachtzug – bei der Deutschen Bahn inzwischen City Night Line genannt – trifft man die unterschiedlichsten Fahrgäste. Und so kann ich einige Geschichten erzählen. Vom lustigen tschechischen Handwerker den ich im Nachtzug nach Dresden getroffen habe. Vom Geschäftsmann, der anscheinend die ganze Nacht durchgearbeitet hat oder von dem etwas seltsamen Kerl, der auf dem Weg nach Hamburg mitten in der Nacht fluchend aufsprang und die restliche Zeit im Bordbistro verbrachte. Ihm war der Zug zu laut. (Ohropax gehören bei mir zur Standardausstattung bei Bahnreisen.)

Aber warum schreibe ist das alles? Laut Spiegel und taz überprüfe die Bahn derzeit, die nächtlichen Autozüge abzuschaffen. Und auch die normalen Nachtzüge würden angeblich zur Debatte stehen: „Autoreise- und Nachtzüge stehen bei der Bahn vor dem Aus. Das wäre schade, denn damit ginge eine wichtige Kultur des Reisens verloren.“ (taz)

Ich finde, der Nachtzug darf nicht sterben.

Ein Kommentar

Can November 28, 2013 Antworten

Ganz richtig. Ich habe bisher auch immer sehr gut im Nachtzug geschlafen. Und er ist auch eine tolle Option für Leute, die mit wenig Geld durch Europa reisen. Die Zugfahrt muss man eh machen, die Nacht im Hotel/Hostel wird gespart. Wäre schade.

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