Mitfahrzentrale flinc im BMW i3

In: Mobilität Von: Christian Jung (Gastautor)

Schon seit dem Barcamp in Siegen im letzten Jahr bin ich großer Fan von flinc. Flinc ist quasi eine Ad-Hoc-Mitfahrzentrale. Der Fokus liegt weniger auf den lange vorher geplanten Wochenendheimfahrten von Studenten – geht auch, machen aber weniger – als auf spontanen Fahrten. Man befindet sich also irgendwo im Speckgürtel von Frankfurt und will in die Stadt. Wenn man dann bei flinc sucht, schlägt die App auf dem Handy oder die Website einem gefundene Fahrten vor. Das klappt um so besser, weil man bei flinc auch regelmäßige Fahrten eintragen kann. Fährt also jemand jeden Tag um 9 Uhr von meinem Ort nach Frankfurt auf die Arbeit, kann flinc ihn fragen, ob er nicht eine Viertelstunde früher fahren und mich mitnehmen könnte. Tolles Konzept.

Flinc ist aber auch deshalb genial, weil von Anfang an auf Kooperationen gesetzt wurde. Zum Beispiel mit Navigon. Ich nutze schon ewig Navigon auf meinem iPhone und kann dort mittlerweile auch aktivieren, dass meine Fahrten spontan noch bei flinc eingestellt werden. So könnte ich auf dem Weg nach Berlin noch jemanden von Erfurt nach Leipzig mitnehmen.

Ich kann nicht beurteilen, wie flinc mittlerweile läuft. Was ich so aus dem Bekanntenkreis höre, ist nicht sonderlich positiv. Oft sind die Mitfahrangebote im Netz einfach in der Masse überlegen. Aber flinc geht weiter seinen Weg und bringt jetzt die nächste großartige Kooperation auf den Weg:

Demnächst ist flinc nicht nur in allen NAVIGON-Apps integriert, sondern auch in jedem BMW i3, der durch Deutschland fährt. BMW i3 Fahrer können bereits gebuchte flinc-Fahrten direkt im Auto abrufen und sich bequem zu ihren Mitfahrern navigieren lassen. So findet man garantiert immer zum Abholort des Mitfahrers – und das ganz ohne zu tippen. Einfach flinc im i3 aufrufen, die entsprechende Fahrt auswählen und das Navigationsgerät startet die Route zum Mitfahrer.

4 Kommentare

Bene Jung Dezember 11, 2013 Antworten

Mal ehrlich – je länger ich darüber nachdenke, desto unsinniger finde ich flinc.
Für lange und geplante Fahrten kann man es so oder so vergessen. Wie du schreibst, gibt es zu viele und vor allem zu große Alternativen an Mitfahrzentralen, hinzu kommen noch dazu die immer besser ausgebauten und unschlagbar günstigen Fernbus-Strecken.

Nun bleibt Ad-Hoc. Ein Fahrer startet sein Navi und die Strecke wird gepostet.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
a) es ist eine lange Strecke. Welcher Mitfahrer hat die Möglichkeit so spontan auf eine Fahrt aufzuspringen. Nicht nur, dass es noch Zeit braucht, seinen Krempel zu packen; wer ist überhaupt so spontan und möchte eine lange Fahrt machen, ohne die Mitfahrgelegenheit schon sicher geplant zu haben.
b) es ist eine kurze Strecke in „urbanen Ballungszentren“ wie es in dem Spot so schön gesagt wird. Hier kann also „die Berufsanfängerin ohne Auto“ auf die Arbeit kommen.
Aber wer weiß denn bitte morgens noch nicht, wie er auf die Arbeit kommt? Da hole ich mir doch lieber ein S-Bahn-Ticket. Das wird in der Summe der Mitfahrten bei flinc (die von flinc errechneten Preise sind kräftig!) wahrscheinlich sogar billiger sein.

Christian Jung Dezember 11, 2013 Antworten

Beides berechtigt. Aber vielleicht gibt es ja noch zwei Gegenpunkte:

1. Fahrten müssen nicht immer a) lang oder b) unumgänglich (Arbeit) sein. Man kann auch mal zum Einkaufen in die Stadt wollen, um Freunde zu besuchen. Oder man will eben von Erfurt bis Leipzig mit, weil man die Bahn nicht mag.

2. Nur weil flinc hier bisher noch nicht funktioniert, kann sich das ja noch ändern. Denn die Technik ist gut und funktioniert genauso für längere, weit voraus geplante Fahrten.

Bene Jung Dezember 11, 2013 Antworten

Ist richtig.
Bei 1. würde ich immer noch denken, dass man dann eigentlich schon im Besitz von Alternativen (z.B. einer S-Bahn-Karte) ist.
Bei 2. gebe ich dir recht. Die Hoffnung besteht, dass flinc größer und besser genutzt wird, sodass auch hier geplante Fahren gebucht werden können. Ich gebe da die Hoffnung auch nicht auf und inseriere/suche immer noch bei flinc.

Generell wäre es schön, wenn es wieder eine große Mitfahrzentrale, wie Mitfahrgelegenheit vor ihrer Politik-Änderung war, gäbe. Momentan sucht man sich einen Wolf. Und wer nicht gerade gerne und fit am Rechner ist, hat echt Probleme Fahrten zu finden.

Bene Jung Dezember 11, 2013 Antworten

PS: Die Integration einer solchen App in ein Auto finde ich natürlich prima. Könnte man gerne auch noch mit den großen Mitfahrzentralen auch machen.

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