Fahrgastrechte per App

In: Mobilität Von: Malte Krohn

Als Bahnfahrer hat man Rechte auf die man im Zweifelsfall pochen kann. Dazu gehört auch eine Entschädigung im Falle von größeren Verspätungen. So erhält man ab 60 Minuten Verspätung 25 Prozent des Fahrpreises zurück. Ab einer Verspätung von 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.

Die Rechte sind das Eine. Das Andere jedoch der Aufwand, um diese in Anspruch zu nehmen. Nicht immer ist direkt ein Zugbegleiter mit den entsprechenden Formularen greifbar und auch so einige Male habe ich bereits vor dem verschlossenen Infopoint gestanden. Eine Variante ist es einfach vorab schon mal ein paar Formulare mitzunehmen zu Hause in der Schublade liegen zu haben oder sich diese selbst am Computer auszudrucken und anschließend auszufüllen.

Im Magazin des Fahrgastverbands Pro Bahn bin ich jetzt auf eine neue, weitere Möglichkeit aufmerksam geworden. Nämlich das Formular am Smartphone per App auszufüllen und von dort aus direkt als pdf auf den Rechner zu schicken oder vom Handy aus auszudrucken. Außerdem lässt sich noch das Ticket mit dem Handy einscannen und ebenfalls mit ausdrucken. Keine schlechte Idee, da man so auf jeden Fall auch sichert, dass es eine Kopie des Tickets gibt. Die App ist für 1,29 Euro im Google Play Store erhältlich. Eine iOS-Version soll in Kürze folgen.

Screenshot: fahrgastrechteapp.de

Ich persönlich handhabe es übrigens so, dass ich Fahrgastrechteformulare nicht in allen Fällen einreiche. Die Bahn zahlt Entschädigungen bereits seit längerer Zeit auch dann wenn ihr kein direktes Verschulden vorzuwerfen ist. Etwa bei „Personenunfällen“ oder im Falle von Unwettern. Inzwischen ist die Bahn sogar gesetzlich dazu verpflichtet. In jedem Fall habe ich es schon oft genug erlebt, dass Verspätungen durch Ereignisse verursacht wurden, auf die die Bahn und deren Mitarbeiter keinen Einfluss hatten. Wenn dies dann ordentlich kommuniziert wird, ist die Sache für mich damit gegessen. Anders sieht es aber aus, wenn man in einer solchen Situation als Fahrgast alleine gelassen wird und keinerlei Informationen erhält. Dann nehme ich mir gerne die Zeit, das Formular auszufüllen. Vielleicht kostet es mich durch die App demnächst etwas weniger Zeit.

Noch ein kurzer Hinweis zum Thema „Bahn-Apps“: Der Bausparfuchs der Bausparkasse Schwäbisch-Hall hat mich die Tage angerufen und zu meiner Meinung über die App „Bahn-Sharing“ gefragt. Mit der App kann man sich mit anderen Bahnfahrern zur gemeinsamen Nutzung von Gruppentickets verabreden.