„2. Liga, keiner weiß warum!“

In: Unterwegs Von: Malte Krohn

VfL Osnabrück

„2. Liga, keiner weiß warum!“ So schallte es am Samstagmittag immer wieder von den Rängen der Osnatel-Arena. Und in der Tat präsentierten sich die Gäste aus Heidenheim – deren Aufstieg in die zweite Liga bereits feststeht – nicht in Topform.

Das Spiel

VfL Osnabrück

Für den VfL Osnabrück war das 1:0 (0:) ein Sieg mit sehr hohem symbolischem Wert. Denn mit dem Sieg gegen den Liga-Spitzenreiter 1. FC Heidenheim hat man auch im letzten Heimspiel der Saison die weiße Weste behalten und ist daheim ungeschlagen geblieben.

Von Anfang an machten die Osnabrücker deutlich, dass sie den Sieg unbedingt wollten und begannen deshalb direkt sehr offensiv. Es war immer wieder Daniel Nagy der den Weg zum Tor suchte und mehrfach knapp scheiterte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte war langsam mehr von Heidenheim zu sehen.

Nach der Pause allerdings sah man wieder hauptsächlich die Osnabrücker in Ballbesitz. Und so fiel in der 65. Minute das 1:0 durch Alexander Dercho, der von der Strafraumgrenze in den rechten Winkel traf. Kurz vor Schluss lag sogar noch das 2:0 in der Luft, aber es blieb auch so beim verdienten Sieg für Osnabrück.

Das Stadion

osnatel Arena

osnatel Arena

Das Stadion in Osnabrück kann bereits auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. 1931 errichtet, wurde es im zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend im Eiltempo wieder aufgebaut.

Ursprünglich war es nach einer nahegelegenen Eisenbahnbrücke benannt und wird in Osnabrück deshalb noch immer „Bremer Brücke“ genannt.

Über 16.600 Zuschauer finden in dem Stadion Platz. Am Samstag waren es 9.560 Zuschauer, die den Weg ins dorthin gefunden hatten.

Bemerkenswert ist, dass alle Plätze überdacht sind, also auch die günstigen Stehplätze. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Das Stadion selbst liegt quasi mitten in der Stadt in einem Wohngebiet. Und so beobachtete ich nach dem Spiel auch etliche Fans, die direkt vom Stadion aus nach Hause gehen konnten.

Die Fans

VfL Osnabrück

Als Handballfan erschreckt es mich immer wieder bei Fußballspielen schon vor dem Stadion von einem Aufgebot der Polizei empfangen zu werden. Auch in Osnabrück waren die vielen Einsatzteams sicherlich nicht ohne Grund vor Ort. Von Gewaltbereitschaft habe ich beim meinem Besuch allerdings nichts mitbekommen. Vielmehr von der stimmgewaltigen Ostkurve. Die für eine tolle Atmosphäre sorgten und mich erahnen ließ, warum immer wieder vom „Hexenkessel Bremer Brücke“ geschrieben wird.

Die tolle Stimmung wurde für mich nur dadurch getrübt, dass auch in Osnabrück einige der Gesänge angestimmt wurden, die – aus meiner Sicht – nicht sein müssen. „Alles außer Osnabrück ist scheiße“ (einer der harmloseren Gesänge) jedenfalls ist alles andere als eine gute Werbung. Wenn ich da an meine bisherigen Stationen auf meine Tour denke, bin ich wirklich verwundert. In Saarlouis ging es für beide Vereine um den Verbleib in der Liga und trotzdem sah ich an dem Abend lediglich zwei Polizisten und beide Fan-Lager trafen sich nach dem Spiel bei einem Bier. Trotz der Konkurrenz und der aufgeheizten Stimmung während des Spiels.

Abgesehen vom komplett gefüllten Fanblock, war das Publikum bunt gemischt. Rund um meinen Platz waren es vor allem Väter mit ihren Söhnen und Männer im Rentenalter.

Die „Stadionwurst“

VfL Osnabrück

Für einen Moment dachte ich, die beste Bratwurst in Osnabrück gefunden zu haben. Für 2,50 Euro gab es sogar ein ordentliches Brötchen. Denn aus meiner Sicht wird häufig sträflich vernachlässigt, dass zu einer Bratwurst auch ein gutes Brötchen gehört. Etwas enttäuscht war ich dann allerdings von der Bratwurst, die irgendwie ein wenig mehr Geschmack hätte haben können. Von daher gibt es an dieser Stelle die Note 2 von mir.

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