Als Courtside-Reporter bei den Brose Baskets Bamberg

In: Unterwegs Von: Malte Krohn

Beschwerlich war die Reise. Irgendwie hatte ich die Fahrt von Kaiserlautern nach Bamberg unterschätzt. Da hatte ich gestern Morgen noch über die Baureihe 425 geschimpft und wie der Zufall es will, musste ich über drei Stunden in eben diesen Zügen verbringen. Für den Rücken wahrlich keine Wohltat. Aber zumindest haben sich die Strapazen gelohnt. Wie schon vorgestern in Saarlouis durfte ich auch gestern in Bamberg direkt in der ersten Reihe Platz nehmen und hatte sogar ein eigenes Namensschild und eine Mehrfachsteckdose. Besser geht es kaum.

Brose Baskets Bamberg

Das Spiel

Brose Baskets Bamberg

Die Brose Baskets Bamberg wurden ihrer Favoritenrolle vollkommen gerecht. Von Anfang an dominierten Sie das Spielgeschehen und gaben die Führung nach dem ersten Viertel auch nicht mehr ab. Am Ende siegte man völlig verdient mit 88:68 gegen die zeitweilig völlig überforderten Telekom Baskets aus Bonn.

Vor allem zu Beginn leistete sich Bonn haarsträubende Abspielfehler. Zu Beginn des zweiten Viertels schien es dann kurzzeitig besser zu laufen, aber fünf Minuten später war dann auch schon wieder Schluss. Bamberg spielte auch nicht völlig fehlerfrei, zeigte aber viel mehr Spielbegeisterung. Immer wieder wurden Bälle abgefangen und zu einem Fast Break genutzt. Mit jeweils 14 Punkten waren Sharrod Ford und Rakim Sanders die besten Bamberger Werfer. Auf der Gegenseite war Jamel McLean mit 17 Punkten bester Werfer.

Schön zu beobachten war von meinem Platz auch das Verhalten der Trainer. Während Bonn-Coach Mathias Fischer, stets mit Hand am Kinn ruhig das Spielgeschehen beobachte, ackerte Chris Fleming auf der Gegenseite. Wie verrückt fuchtelte er mit seinen Armen, schrie, diskutierte mit den Schiris, kniete sich hin, um dann kurze Zeit später wieder durch die Coaching-Zone zu tigern.

Auch aufgefallen ist mir der Wurfstil von Florian Koch (Telekom Baskets). Anscheinend hat er die Angewohnheit vor dem Freiwurf rechts anzutäuschen und dann gerade auf den Korb zu werfen. War er früher vielleicht mal Handballer? Seine vier Freiwürfe versenkte er jedenfalls mühelos.

Die Halle

Brose Arena Bamberg

Brose Arena Bamberg

Brose Arena Bamberg

Die Brose Arena hat mir auf Anhieb gefallen. Recht Steile Ränge sorgen dafür, dass man von überall eine gute Sicht auf das Spielgeschehen hat. Auch nicht selbstverständlich ist die große Stehtribüne. In jedem Fall sorgen die 6.900 Zuschauer für eine ordentliche Kulisse.

Ein bemerkenswertes Angebot finde ich es, dass in der Halle kostenlos Trinkwasser ausgeschenkt wird. Lediglich ein Euro Pfand muss für den Becher hinterlegt werden. Eine tolle Sache, da es mich immer wieder ärgert, dass für einen Becher Wasser in vielen Hallen nahezu der gleiche Preis fällig wird, wie für ein Bier.

Auch positiv aufgefallen ist mir die Belüftung in der Halle. Ein großes Problem in einer Menge anderer Hallen.

Die Fans

Brose Baskets Bamberg

Die Stimmung in der Halle war wirklich gut. Wenn ich nicht meinen Gehörschutz dabei gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich noch den Rest des Tages taub gewesen. Die Trommler sind in Bamberg nämlich direkt hinter den Pressevertretern positioniert.

Brose Baskets Bamberg

Selbst außerhalb des Fanblocks dominierte in der Halle eine Farbe: rot. In Bamberg besitzt anscheinend fast jeder ein Fan-Shirt. Außerdem fielen die Fans direkt vor Beginn des Spiels mit einer schönen Aktion auf.

Brose Baskets Bamberg

Für mich war heute wenig zu sehen, von der aggressiven Stimmung in Bamberg, von der immer wieder geschrieben wird. Vielleicht lag es aber auch daran, dass feiertagsbedingt recht viele Familien in der Halle waren und das Spiel deutlich gewonnen werden konnte. Deshalb machte es mich stutzig, als der Hallensprecher mitteilte, dass beim Spiel dieses Mal keine Flaschen verkauft würden. Beim letzten Heimspiel, vor einer Woche gegen Oldenburg, war es anscheinend zu einem Flaschenwurf gekommen, auf den die Vereinsführung nun reagierte.

Was mich auch gewundert hat, waren die Trennung der Fan-Gruppierungen. Während die Trommler, die Brassband (!) und ein großer Fan-Club auf der hinteren Querseite positioniert waren, war eine weitere Gruppierung auf der Gegenseite untergebracht. Ich hätte dort eigentlich die Gästefans erwartet. Allerdings waren es auch Bamberg-Fans, die zwar durch schöne Transparente auffielen, aber eher gegen den großen Fan-Block sangen und trommelten, als mit ihm.

Richtig toll fand ich übrigens, dass nach dem Spiel die gesamte Mannschaft, samt Trainer, durch die Fan-Menge zog und sich feiern ließ. Eine schöne Alternative zum klassischen „Humba Täterä“.

Die „Stadionwurst“

Brose Baskets Bamberg

Die Stadionwurst war in Bamberg vielmehr eine „Hallenpizza“. Etwas überfordert von der Vielzahl an Essensangeboten, bin ich an einem verführerisch riechenden Pizzastand hängen geblieben und entschied mich für die „Pizza Speziale“. Super frisch, super lecker und für 2 Euro auch preislich völlig in Ordnung. Gibt von mir eine 1.

Schreibe einen Kommentar