Feldhockey-Final4 in Hamburg

In: Unterwegs Von: Malte Krohn

Feldhockey Final4

So schnell kann es gehen. Vier Wochen nach dem DHB-Pokal Final4 in Hamburg war ich am Sonntag beim nächsten Final4. Wieder in Hamburg. Nun allerdings an anderer Stelle und bei einer anderen Sportart. Auf dem Gelände des Uhlenhorster Hockey-Clubs wurde die deutsche Meisterschaft zwischen den vier besten Hockeyclubs in Deutschland ausgetragen. Dabei jedoch nicht nur zwischen den Herrenmannschaften, sondern gleichzeitig auch zwischen den vier besten Damenmannschaften. Ein volles Programm also. Zu meinem Glück passte das Finale der Damen genau in die Lücke meines Tourenplans.

Das Spiel

Feldhockey Final4

Der Blick auf die Tabelle verriet mir bereits vor dem Wochenende, das der UHC Hamburg und Rot-Weiß Köln als Favoritinnen ins Turnier gingen. Und so kam es auch. Hamburg zog nach einem 2:0-Sieg gegen Berlin ins Finale ein. Köln sicherte sich derweil den Finalplatz nach 7-Meter-Schießen (5:4) gegen den Club an der Alster.

Im Finale dann waren es die Kölnerinnen, die das Spiel in der ersten Viertelstunde dominierten. Der Ball kannte nur eine Richtung: das Tor des Uhlenhorster Hockey-Clubs. Erst gegen Ende der ersten Hälfte nahm der UHC das Blatt in die Hand. Nach mehreren sehr guten Torchancen erzielte Janne Müller-Wieland in der 24. Minute das 1:0 für die Hamburgerinnen. Knapp 5 Minuten später legte Eileen Hoffmann mit dem 2:0 nach, ehe Franziska Hauke in der 32. Minute den Anschlusstreffer für Köln erzielte.

Nach der Pause war von Köln nicht mehr viel zu sehen. Hamburg erarbeitete sich immer wieder Chancen und nach einer knappen Viertelstunde traf Vivien Tahal zum 3:1. Auch das 4:1 lag in der Luft.

Die Dominanz des UHC lässt sich auch aus den Statistiken ablesen. Der UHC sammelte 13 Torschüsse, von denen acht direkt aufs Tor gingen. Auf Seiten der Kölnerinnen waren es sieben Torschüsse und davon sechs direkt aufs Tor. Hamburg bekam acht Ecken, Köln lediglich drei. Die Zahlen sprechen aber gleichzeitig auch für die Effektivität der Rot-Weiß-Spielerinnen.

Und so nutze Köln auch eine der wenigen Chancen direkt zum Torerfolg. Das 3:2 in der 51. Minute erzielte Rebecca Grote. Hamburg versuchte nun mit aller Kraft, die Führung zu halten, musste aber tatsächlich wenige Minuten vor Schluss den Ausgleich durch Anna Geiter hinnehmen. Es ging in die Verlängerung, die im Hockey 7:30 Minuten pro Hälfte dauert, allerdings durch ein Golden Goal entschieden werden kann. Was allerdings keiner der beiden Mannschaften gelang.

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Es wurde ein wahrer Krimi. Hamburg konnte im 7-Meter-Schießen gleich zwei Mal mit tollen Torwart-Paraden die Chancen zum Sieg wahren. Am Ende setzte sich aber Köln mit 7:6 durch und sicherte sich damit die fünfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Feldhockey Final4

Das Stadion

Feldhockey Final4

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Extra für das Final4 hatte der UHC seinen Platz um mehrere mobile Sitz- und Stehplatztribünen erweitern lassen. Normalerweise geht es dort anscheinend beschaulicher zu.

Das Stadion selbst liegt in einem der schöneren Vororte von Hamburg. Zwischen Villen und einem tollen Park. Bislang die schönste Location auf meiner Tour.

Zu Beginn des Damen-Finalspiels war das Stadion noch recht schwach besetzt. Im Laufe der ersten Halbzeit und nachdem der Regen aufgehört hatte, wurde es allerdings richtig voll und zum Finale der Männer rückten dann noch ganze Fan-Clubs an.

Interessant war, dass auch rund um das Stadion eine ganze Infrastruktur geschaffen wurde. Es gab Verkaufsstände, eine Hüpfburg und verschiedene Essensstände. Im an den Platz angeschlossenen Vereinsheim wurden sogar Getränke in Gläsern ausgegeben. In anderen Stadien oder auf anderen Sportplätzen unvorstellbar.

Die Fans

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Es ist wirklich schwierig, das Publikum irgendwie zusammenzufassen. Denn hier ging es wirklich bunt gemischt zu. Da waren die vielen Kinder, die ihre Hockeyschläger von den Profis signieren lassen wollten, die Fan-Clubs, die mit Megaphon, Trommeln und Pyrotechnik für Stimmung sorgten, aber auch die Angehörigen der Mannschaften und Zuschauer älteren Semesters. Am ehesten würde im jedem Fall der Vergleich zum Springreitturnieren in Mannheim passen.

In der ersten Halbzeit hatte ich mich ahnungslos auf die Tribüne der Kölner Anhänger gesetzt. Dort war der Altersdurchschnitt deutlich über meinem und die Mehrheit der Zuschauer auch nicht als Fan einer Mannschaft zu erkennen, aber unterschätzt hatte ich sie trotzdem. Mit lustigen Sprüchen und Anfeuerungen wurde nicht gespart. Da wurde bei einer Hamburger Ecke auch mal von vielen Lachern begleitet „Oh, die ist nervös! Oh, die ist nervös!“ angestimmt. Die Stimmung war trotz des Regens jedenfalls prächtig und alles blieb unglaublich fair.

In der Halbzeit habe ich dann die Platzseite gewechselt und die zweite Hälfte auf der Hamburger Seite verbracht, die zahlenmäßig verständlicher Weise deutlich besser aufgestellt war. Auch hier war die Stimmung bestens.

Ich habe mich jedenfalls schon lose mit Bekannten verabredet, dass wir uns das Final4 nächstes Jahr gemeinsam und dann vor allem komplett anschauen. Denn ich war wirklich traurig, dass ich das Herren-Finale verpasst habe.

Die „Stadionwurst“

Feldhockey Final4

Auch das Catering sagt viel über die Fankultur aus. Zwar gab es auch Bier, allerdings waren Wein und Hugo definitiv keine Seltenheit beim UHC. Und statt einer Bratwurst konnte man auch einen Burgunderbraten mit Kraut im Brötchen erwerben. Klar, dass ich diese Variante ausprobieren musste. Das Fleisch jedenfalls war großartig, einen Minuspunkt gibt es von mir allerdings für das Brötchen. Wenn ich mich nicht täusche, handelte es sich um ein klassisches Aufbackbrötchen vom Discounter. Auch in Hamburg scheiterte es also lediglich am Brötchen. Von daher gibt es von mir leider nur eine 2.

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