TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

In: Unterwegs Von: Malte Krohn

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

Der erste Termin, der bei meiner Tourenplanung feststand war das Spiel der HSG Wetzlar beim TSV Hannover-Burgdorf. Zusammen mit anderen Wetzlar-Fans hatte ich mich dort verabredet. Denn gegen Hannover gibt es meistens recht spannende Spiele, da zwei sehr ähnliche Mannschaften aufeinandertreffen. Schade nur, dass Wetzlar dieses Mal den Kürzeren zog und am Ende 24:25 (13:12) verlor.

Das Spiel

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

Für Wetzlar galt es eigentlich, Wiedergutmachung zu betreiben. Im vergangenen Jahr hatte man in Hannover in den letzten zehn Minuten eine fünf Tore Führung verspielt und konnte am Ende noch gerade so einen Punkt retten.

Das sollte dieses Mal anders laufen. Aber auch Hannover wollte nach der Niederlage in Kiel, ein paar Tage zuvor, unbedingt Zählbares behalten. Und so wurde es ein munterer Schlagabtausch, in deren Zentrum vor allem die Leistungen zweier Torhüter standen. Andi Wollf (Wetzlar) und Niko Weber (Hannover, ehemals Wetzlar) hielten einen Ball nach dem anderen. Die Führungen wechselten immer wieder hin und her. Und nach 30 Minuten ging Hannover letztlich mit einer knappen Führung in die Halbzeit. Wetzlar kehrte allerdings deutlich motivierter aus der Kabine zurück und führte schnell mit vier Toren.

Doch dann kam das, was man als Wetzlar-Fan inzwischen bereits gewöhnt ist: Fünf Minuten ging auf plötzlich gar nichts mehr. Wetzlar machte minutenlang kein einziges Tor und Hannover ging wieder in Führung – konnte sich sogar absetzen. Es wurden packende letzte Spielminuten. Knapp 30 Sekunden vor Schluss gelangte Wetzlar beim Stand von 25:24, aus Sicht von Hannover, in Ballbesitz und setzte zum Tempogegenstoß an. Mit einem sagenhaften Sprung konnte TSV-Kapitän Lars Lehnhoff den Ball an der Mittellinie fangen und den Sieg damit endgültig besiegeln.

Die Halle

Swiss Life Hall

Inzwischen war ich schon häufiger in der Swiss Life Hall in Hannover, die mitten im Sportpark am Maschsee liegt. Keine Schlechte Umgebung, um sich vor oder nach einem Spiel noch die Zeit zu vertreiben.

Die Halle selbst gehört nicht wirklich zu meinen Favoriten in der Handballbundesliga. Sie ist schon etwas in die Jahre gekommen, es gibt keine Stehplätze und die Stühle sind unglaublich unbequem. Ich habe anscheinend genau die falsche Körpergröße für die Holzklappstühle. Da war jeder Hörsaal während meines Studiums besser.

Negativ ist auch die Akustik in der Halle. Der Krach kommt allerdings nicht nur von den Klatschpappen, sondern die Lautsprecher werden für meine Ohren immer viel zu laut aufgedreht. Ich war also sehr froh über meinen Hörschutz.

Schön allerdings ist, dass man überall in der Halle einen tollen Blick auf das Spielfeld hat. Im Unterrang sitzt man wirklich direkt an den Banden und ist dadurch hautnah dabei.

Insgesamt passen in die Halle 4.416 Zuschauer. Mit 2.915 Zuschauern war sie am Samstag also eher schwach besetzt.

Die Fans

Swiss Life Hall

In Hannover hat sich unheimlich viel getan. In der vergangenen Saison war ich gleich zwei Mal in der Halle und damals war es noch leerer. Und auch im Fan-Block sind inzwischen deutlich mehr Menschen zu sehen, was man auch anhand der Stimmung merkt.

Noch deutlich mehr als in anderen Handballhallen der Republik habe ich in Hannover übrigens immer das Gefühl, dass die Handballspiele dort als Familienausflug genutzt werden. So sieht man unheimlich viele Kinder in der Halle.

Die Hannover-Fans zeichnen sich aus meiner Sicht vor allem durch ihre Freundlichkeit und Fairness aus. Im vergangenen Jahr stand ich in Hannover relativ alleine zwischen lauter Hannover Fans, mit denen ich lustige 60 Minuten erlebte. Von daher ist es auch völlig richtig, dass es zwischen Wetzlar und Hannover schon seit einiger Zeit eine Fan-Freundschaft gibt. An unsere wirklich guten Sitzplätze sind wir dieses Mal übrigens auch durch den Fanclub der Hannoveraner gekommen, die uns von ihren Rabatten profitieren ließen. Man merkt, dem Verein sind die engagierten Fans wirklich wichtig. Kartenrabatte für Dauerkarteninhaber und andere Vergünstigungen sind keine Selbstverständlichkeit in der Handballbundesliga.

Die „Stadionwurst“

Ich war vor, während und nach dem Spiel irgendwie so in Gespräche verwickelt, dass ich überhaupt nicht dazu kam, etwas zu essen. Von daher wird Hannover in meiner kulinarischen Wertung leider nicht berücksichtigt. Dafür gewinnt der Verein aber einen Sozialbonus, da mich nach dem Spiel gleich zwei Leute ansprachen, die ich bislang nur über Twitter kannte.

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