2,2 Millionen BMWs können mit dem Handy geöffnet werden

In: Mobilität Von: Christian Jung (Gastautor)

Konnektivität wird schon seit Jahren auch in der Automobilbranche immer wichtiger. Jetzt hat der ADAC beängstigende Fakten zum ConnectedDrive-System von BMW, Mini und Rolls-Royce veröffentlicht:

„Der ADAC hat bei BMW-Pkw mit dem System „ConnectedDrive“ eine Sicherheitslücke festgestellt. Diese führt unter anderem dazu, dass die Autos über Mobilfunk von außen geöffnet werden können. Der Club hat dies an mehreren Fahrzeugen nachgewiesen. Der Eingriff hinterlässt keine Spuren und läuft in Minutenschnelle ab.

Laut BMW sind weltweit 2,2 Millionen, in Deutschland etwa 423.000 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls Royce betroffen, die seit 2010 mit „ConnectedDrive“ ausgeliefert wurden. BMW will das Problem nach eigenen Angaben bis zum 31. Januar 2015 durch Einschalten einer Verschlüsselung der Kommunikation mit dem Fahrzeug beseitigt haben.“

Dabei ist das Problem natürlich nicht auf BMW beschränkt, nahezu alle Autohersteller bieten mittlerweile Fernzugriff auf das Auto an und schaffen damit potenzielle Sicherheitslücken. Für Tesla Motors gibt es sogar einen Wettbewerb, der im letzten Sommer zu ähnlichen Ergebnissen wie bei BMW führte. Man will gar nicht darüber nachdenken, zu welcher Ausbreitung da der bald verpflichtende eCall-Dienst führen wird.

Um Sascha Lobo zu zitieren: „[…] der Missbrauch technischer Möglichkeiten darf in der digitalen Welt nicht als Ausnahme, sondern muss stets als Standard betrachtet werden.“

Ein Kommentar

Christian Jung Januar 31, 2015 Antworten

SPIEGEL Online berichtet heute mit einem Experteninterview zum gleichen Thema:

SPIEGEL ONLINE: Wie kann ich als Besitzer dafür sorgen, dass mein Auto in dieser Hinsicht sicher ist?

Weinmann: Das ist gar nicht so einfach. Um wirklich sicher zu gehen, muss man eigentlich ein richtig altes Auto kaufen. Abschalten lassen sich die Systeme nämlich spätestens dann nicht mehr, wenn das eCall-System Pflicht wird, das bei einem Unfall automatisch den Zeitpunkt und die genaue Ortsangabe an eine Notrufzentrale sendet. Denn dazu muss ein Mobilfunkmodul in allen Neuwagen verbaut sein. Man muss heutzutage damit leben, dass es in solchen neuen Komponenten Sicherheitslücken gibt.

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