#i3tour – So langsam wird es ernst

In: Unterwegs Von: Christian Jung (Gastautor)

In der letzten Woche haben wir uns nach Ferienhaus und Hotels umgesehen und spätestens da bemerkt: Es wird ernst. In etwas mehr als einer Woche starten wir unserem ambitionierten Versuch, ob und wie gut man mit einem Elektroauto an die Nordsee fahren kann.

Heute habe ich mit dem Autohaus ASW Wahl in Gießen die Details zur Übergabe geklärt und dabei gedacht, es wäre wieder an der Zeit für einen Update im Blog. Also dann:

Zur Route und anderen Orten

Bisher stand für uns nur die Nordsee als Ziel fest, jetzt können wir es konkreter machen: Das Ziel ist Neßmersiel, gleich unter Norderney und Baltrum. Außerdem haben wir die Hin- und Rückfahrt geplant und sind zumindest mit ersterer bereits so gut wie fertig.

Die erste Idee, uns entlang der A1 nach Norden zu hangeln, hat sich ziemlich schnell zerschlagen, weil zwischen Hamm und Oldenburg jedenfalls über unsere Quellen keine CCS-Ladestation zur Verfügung zu stehen scheint. Damit hätten wir mehr als 200km Reichweite zu überbrücken – das könnte mit dem i3 schwierig werden und ist uns etwas viel Risiko.

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Quelle: Fastned.nl

 

Stattdessen werden wir wohl über Holland fahren, wo das Unternehmen Fastned ein mehr als beeindruckendes Netz an Schnellladern direkt an der Autobahn unterhält. Damit könnten wir es an einem Tag von Mittelhessen bis an den Dollart schaffen. Der Plan ist mutig, aber wir sind optimistisch und gespannt.

Erster Rückblick auf die Planungen

Schon die ersten Trockenübungen mit Karten von Stromtankstellen haben uns etwas ernüchtert. Zwar gibt es einige Angebote, die Zapfsäulen verzeichnen – aber entweder fehlen Infos zu Zahlungen oder zu den unfassbar vielfältigen Steckersystemen oder die Filterung der Suchergebnisse ist nicht möglich. So hangeln wir uns von Internetseite zu Internetseite, von App zu App und versuchen uns einem vielleicht richtigen Auskunftsstand anzunähern. Wenn man so eine Tour wie unsere nicht wochenlang im Voraus vorbereitet, kann man jedenfalls gewagte Tagesetappen von 400-600 Kilometern, wie wir sie jetzt fahren werden, ziemlich vergessen. Man braucht einfach zu lange, um die Infos zusammen zu tragen.

Vielleicht wird aber das Auto selbst dieses Problem lösen, denn das Navigationssystem des i3 ist natürlich nicht „your everyday TomTom“, sondern hoch angepasst an das Auto. Wer weiß, welche Möglichkeiten das noch bietet – wir werden noch darüber schreiben.

Unterstützung von BMW

Auch wenn wir kein Problem damit haben, unsere Reise selbst zu finanzieren, haben wir einfach mal bei BMW angefragt, ob man uns nicht unterstützen will. Von einer ersten E-Mail Anfrage Anfang Februar haben wir nie wieder etwas gehört, erst das mehrmalige Nachhaken via Twitter (@BMWi) brachte uns letzte Woche schließlich den richtigen Kontakt für „Blogger Relations“ bei der BMW AG. Um es kurz zu machen: So offenherzig wie das Kommunikationsverhalten ist auch die Bereitschaft zur Unterstützung – es wird keine geben.

„wir haben ihre Anfrage geprüft, können Ihnen jedoch kein positives Feedback geben bzw.  ihr Vorhaben derzeit nicht unterstützen. Uns erreichen täglich Anfragen in diesem Bereich, unsere Kommunikations- und Marketingmaßnahmen unterliegen jedoch sehr engen Regularien. Wir bitten Sie insofern um ihr Verständnis. „

Schade, aber vermutlich verpasst BMW da eine bessere Gelegenheit als wir. Unseren Trip werden wir wie geplant trotzdem durchziehen.

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