#i3tour – Nachtrag: 178,3km Reichweite

In: Unterwegs Von: Christian Jung (Gastautor)

Angestachelt von dem guten Wetter und einem erfreulich leeren Posteingang bin ich heute spontan auf Reichweitentour gegangen: Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie weit ein i3 unter guten Bedingungen fahren kann und was passiert, wenn er am Ende ist. Inspiriert dazu hatte mich ein Versuch von motor-talk.de mit dem Tesla Model S. Der Tesla machte ab der Anzeige von 0km Reichweite noch ganze 20km, der Artikel ist eine Leseempfehlung wert. Der i3 jedenfalls verhält sich anders. Aber der Reihe nach:

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Nachdem die Reichweite am Anfang bei etwa 152km lag habe ich eine wunderbare Fahrt von Mittelhessen bis in die Wetterau gehabt, wo ich in der Nähe von Bad Vilbel bei 92,5km auf dem Tageskilometerzähler umgedreht bin. Während der Fahrt stieg und stieg die Reichweite, bis sie sich am Ende bei 160-170km einpendelte.

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Der erster Warnhinweis kam bei 20km Reichweite, ein zweiter, drastischerer dann bei 10km.

Auf den letzten Kilometern fuhr sich noch alles völlig normal. Erst einen Kilometer vor dem tatsächlichen Stopp nahm mir der i3 plötzlich die Leistung weg. Auf einer zweispurigen Bundesstraße ohne Standstreifen ist das nur bedingt angenehm. Die bisher volle Anzeige des rechten Halbkreises im Display verschwand komplett.

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Im Segelmodus konnte ich mich auf die nahe Abbiegespur retten und dann mit einem letzten, verzweifelten Impuls des i3 tatsächlich noch in die Nebenstraße fahren. Dort war dann bei 178,3km endgültig Schluss. Auch wenn der i3 noch Strom hatte, alle elektrischen Helferlein von Lüftung über Fensterheber bis zum Navi ließen sich noch bedienen, fuhr er keinen Meter weit.

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Mit etwas Hilfe konnte ich den i3 dann in die Werkstatt des örtlichen Opel-Händlers rollen, wo er jetzt am Haushaltsstrom nachlädt. Herzlichen Dank dafür an Opel Hoppmann in Dillenburg. In etwa 1 Stunde kann ich die restlichen 10km nach Hause antreten.

Fazit

Warum bin ich heute mit besagten 178,3km so viel weiter gekommen als auf den Etappen unserer i3tour? Vor allem dürfte das Wetter eine Rolle gespielt habe, bei fast 20° Außentemperatur heute mittag fühlen sich die Batterien deutlich wohler. Außerdem könnte das Gewicht von 2 Personen und Reisegepäck mehr ausgemacht haben, als wir dachten.

Trotz allem bin ich nicht an die 190km-Angabe von BMW heran gekommen. Kann das wirklich nur an den Winterreifen liegen, die der i3 noch aufgezogen hat? Sparsamer als ich heute kann man jedenfalls kaum fahren. Mein Verdacht ist, dass die 190km für echte Fahrer kaum zu erzielen, sondern nur ein Prüfstandswert sind. Dann mit 190km zu werben, finde ich etwas dubios.

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