Otoplastik: Der Maßanzug fürs Ohr

In: Gadgets & Apps Von: Malte Krohn

Vor einiger Zeit berichtete mir ein Kollege begeistert von seinen neuen Bose in-ear-Kopfhörer mit Gegenschallsystem. Beim Sport oder im Zug seien die Dinger ein Traum. Und zurecht fragte er mich, warum ich als Bahfahrer eigentlich noch immer mit einem Paar alten Sennheiser-Stöpseln unterwegs bin.

Ich hatte mir die Bose QuietComfort iE sogar schon einmal vor einiger Zeit angeschaut, aber mich auf Grund des Preises und des fest verbauten Akkus gegen die Anschaffung entschieden und alles beim Alten belassen.

Interessanterweise riet mir ein anderer Kollege, der mit der Thematik gut betraut ist, vom Bose System jedoch ab und empfahl mir stattdessen ein paar gute In-Ear-Kopfhörer zu kaufen und dafür beim Akustiker individuelle Ohrpass-Stücke, sogenannte Otoplastiken, anfertigen zu lassen. Eine Otoplastik hat den Vorteil, dass sie für jedes Ohr passgenau im Labor angefertigt wird. Ein Akku – der natürlich immer dann leer ist, wenn man ihn braucht – wird für diese Variante auch nicht benötigt.

Und so habe ich mir das Modell MMX 102 IE von Beyerdynamic gekauft, das mich schon ohne Ohrpassstücke begeisterte. Toll ist vor allem, dass sie am Smartphone auch als Headset genutzt werden können. Ich vermisse nur schmerzlich die Möglichkeit die Lautstärke beim Musik hören regulieren zu können. Songs lassen sich nur pausieren und switchen.

Die Herstellung der Otoplastiken war übrigens eine recht schnelle und unkomplizierte Sache. In der KIND-Filiale bei mir um die Ecke wurden Abdrücke von meinen Ohrmuscheln erstellt und an ein Labor geschickt. Knapp 10 Tage später waren die Ohrpasstücke dann fertig. Für die Abdrücke füllt der Hörgeräteakustiker eine silikonähnliche Flüssigkeit in den Gehörgang. Nach ein, zwei Minuten ist die Flüssigkeit fest und der Abdruck kann aus dem Ohr entfernt werden. Fühlt sich zwar komisch an, war aber eine völlig schmerzfrei Angelegenheit.

Otoplastik
Individuelle Ohrpassstücke mit Schalldämpfern.

Insgesamt musste ich für mein Set (Kopfhörer + Otoplastiken) knapp 200 Euro investieren. Viel Geld, aber aus meiner Sicht ist es wirklich gut angelegt. Für mich hat es sich sowieso doppelt gelohnt, da man die Ohrpassstücke auch mit Filtern bestücken kann und sie somit zusätzlich als ein individuell angepasster Hörschutz nutzbar sind. Besonders bei lauten Handball- oder Basketballspielen bin ich jedes Mal froh über meine Otoplastiken. Im Gegensatz zu normalen Ohropax verringern die Filter die Umgebungsgeräusche gleichmäßig, so dass man sich ohne Probleme mit seinen Sitznachbarn unterhalten kann.

Wie dem auch sei, die Kombination „In-Ear-Kopfhörer + Otoplastiken“ ist eine klare Empfehlung für alle, die regelmäßig unterwegs sind oder einfach mal gerne Musik in Ruhe genießen wollen.

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