#teslatour – fünfter Bericht

In: Unterwegs Von: Christian Jung (Gastautor)

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Den Wecker auf 6 Uhr 45 stellen gehört nicht zu den Dingen, die ich mir für meinen Urlaub vornehme. Trotzdem haben wir genau das gestern Abend getan. Zum einen war, wie erwähnt, das Hotel nun wirklich nicht einladend für einen längeren Aufenthalt als unbedingt nötig, zum anderen haben wir unsere Tagesplanung mit großen Zielen gemacht: Wir wollten heute bis nach Rheinland-Pfalz kommen, von Hamburg aus etwa 550 Kilometer, ohne dabei wie an den letzten beiden Tagen spät abends im Hotel anzukommen.

Und so zielstrebig der Plan war, genau so wunderbar ging er auch auf. Geladen haben wir zuerst im verschneiten Rade südlich von Hamburg, womit wir Niedersachsen als 11. Bundesland von unserer Liste streichen konnte. Eine kurze Etappe führte uns zum nächsten Supercharger, dem in Stuhr am Stadtrand von Bremen. Der Supercharger selbst gehört nicht zum Bremer Territorium, aber man muss um 180° drehen, um ihn zu erreichen. Genau am Scheitelpunkt befindet man sich am Ortsschild von Bremen, hinter dem wir also kurz die Füße auf den Boden gesetzt und somit Bremen als Nummer 12 erreicht haben.

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Mit Stationen an den Superchargern in Lohne, Kamen (Nordrhein-Westfalen, also 13) und Erftstadt haben wir nun erstmal das sichere Geleit der Supercharger verlassen müssen, um uns über Rheinland-Pfalz ins Saarland zu schlagen. Heute haben wir unsere Zelte in Steffel in der Pfalz aufgeschlagen (Bundesland 14) und planen gleich gemeinsam die Route ins Saarland und dann zur letzten Etappe.

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Auf der letzten Etappe sind wir wie gesagt recht weit weg von allen Superchargern und haben uns daher das erste Mal auf der Tour ernsthaft im Stromsparen versucht. Auf der #i3tour haben wir letztes Jahr fast jede Etappe mit reduzierter oder gar ausgeschalteter Heizung und Höchstgeschwindigkeiten von um die 90 km/h zurück gelegt. Beim Model S und den nahezu überall verfügbaren Superchargern war das bisher nicht nötig und wir sind häufig mit 130km/h und voller Heizleistung (die zugegeben etwas bescheiden ist) unterwegs gewesen. Aber auch mit dem Model S kann man effizient fahren. Wir haben also Handschuhe und Wollsocken angezogen, die Heizung ausgestellt und sind nervtötend langsam gefahren. Damit konnten wir das erste Mal die Reichweitenberechnungen des Wagen erreichen und sind nicht ganz unzufrieden mit dem Durchschnitt von 20,1 kWh auf 100km, den wir erreicht haben. Üblich waren eher 24-25 auf unseren bisherigen Strecken.

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Neue Erfahrungen haben wir heute auch in Sachen Laden an gleich zwei Stellen gesammelt. Kurz vor unserem Hotel haben wir in Hillesheim das erste Mal erfolgreich an einem Typ-2-Lader von RWE geladen. Nachdem das Berliner Ladegerät nicht mehr aufzufinden war, befand sich das in Hillesheim noch an Ort und Stelle. Zum ersten Mal auf unserer Tour haben wir damit für Strom bezahlen müssen, glatte 4 Euro haben wir für gute 10 kWh bezahlt – auch nicht gerade ein Schnäppchen. Zum anderen dauert das Laden von besagten 10 kWh an einem Typ-2-Lader mit 22kw auch 30 Minuten, also höchstens ein Viertel der Geschwindigkeit des Superchargers.

Außerdem laden wir gerade unser Model S am Haushaltsstrom des Hotels voll. Es fehlten nur noch etwa 80km Reichweite, also hält sich die Ladezeit mit etwas mehr als 3 Stunden in Grenzen. Das Model S an 220 Volt mit 13 Ampere voll zu laden dürfte dagegen kaum zu empfehlen sein, dauert das doch je nach Angaben bis zu 30 Stunden.

Es fühlt sich seltsam an, dem Ziel schon so nahe zu sein, denn es fehlen mit dem Saarland und Hessen nur noch 2 Bundesländer. Und auch wenn es natürlich schneller gegangen wäre, zehren unsere Etappen von durchweg 500-550 Kilometern in den letzten Tagen ordentlich an den Nerven. Zwischen 9 und 13 Stunden waren wir jeden Tag unterwegs und freuen uns daher, es morgen oder übermorgen etwas ruhiger angehen zu lassen.

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